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Augustfehn „Eigentlich bin ich ein Pfuscher“, gibt Jonas unumwunden zu. Der 13-Jährige will seine Aufgaben schnell erledigen, da bleibt der Perfektionismus schon mal auf der Strecke. Was Jonas jetzt allerdings in den Händen hält, hat so gar nichts mit Pfusch zu tun. Sein erstes selbst gestaltetes Heft hat einen exakten Falz, blitzweiße Innenblätter ohne Flecken und einen Umschlag in harmonischer Farbkombination.

Jonas gehört zu jenen Augustfehner Oberschülern, die die Lernwerkstatt der Buchmanufaktur besuchen. Etwa ein halbes Jahr werden die Achtklässler von Jochen Fürsen und von ihren Lehrern unter anderem mit Papiergestaltung und Buchbinderei vertraut gemacht. „Die Idee zur Lernwerkstatt kam vor Jahren auf, weil es in unserer Gegend so wenige Praktikumsplätze gibt“, erzählt Fürsen, pädagogischer Mitarbeiter der OBS. Lehrerin Antje Krüger ergänzt: „In der Buchmanufaktur geht es nicht nur darum, am Ende ein fachlich richtiges Werkstück anzufertigen, sondern auch darum, durch die Zusammenarbeit soziale Kompetenz zu erlangen.“ Und so landen im abschließenden Bewertungsbogen nicht nur Angaben zum Lern- und Arbeitsverhalten und zur Umsetzung des Erlernten, sondern ebenso zum Umgang mit den Mitmenschen – wie bei einem Betriebspraktikum.

Jonas und seine Mitschüler sind am Dienstagmorgen zum zweiten Mal in der Werkstatt. Der Tag beginnt für sie damit, „sich auszutoben“. Mit Farben, Schwämmen, Bürsten und Stempelrollen bearbeiten sie festes Papier. Mal sind die Muster wild, mal dezent, mal grafisch, mal einfarbig, mal kunterbunt. Jonas hat sich für Grün- und Rotorange­töne in einer Art Verlaufstechnik entschieden. Das Papier dient nach dem Trocknen und Zurechtschneiden als Hefteinband.

Fürsen und Krüger zeigen ihren Schützlingen, wie die einzulegenden Seiten zu falten sind. Konzentrierte Stille herrscht im Raum. Toyah, Alina, Tanja, Dominik, Mattes, Simon und Jonas platzieren ordentlich Kante auf Kante, bevor sie zum Falzbeil greifen. „Oh, wie blöd“, sagt eines der Mädchen, „jetzt ist es doch schief geworden.“ Schnell schnappt sich die Schülerin ein neues Blatt Papier.

Im nächsten Arbeitsschritt wird geheftet. Dazu werden mit der Ahle drei kleine Löcher in den Falz gestochen. Jochen Fürsen nimmt nun Nadel und Bindfaden zur Hand und demonstriert, wie Blätter und Umschlag zusammen­gefasst werden. Aufmerksam verfolgen die Jugendlichen jede Bewegung, bevor sie es selbst versuchen.

Nach dem Heft ist vor dem Buch. In den kommenden Monaten werden die Mädchen und Jungen noch lernen, Notizbücher zu binden und Schachteln zu leimen. Die Teilnehmer des Vorgängerkurses haben außerdem Klemmbretter produziert – eine Auftragsarbeit. Jeder Aper Ratsherr und jede Ratsfrau kann sich jetzt über eine solche Schreibunterlage freuen.

All das sind Fingerübungen. „Zum Abschluss muss jeder ein eigenes Projekt vorlegen“, sagt Lehrerin Krüger. „Das ist dann sozusagen das Meisterstück.“ Von der Berechnung über die Gestaltung bis zur Fertigstellung liegt alles in Schülerhand. Und wer eine gute Bewertung haben will, kann sich da keinen Pfusch erlauben. Das weiß auch Jonas. Gerne würde er nach der Schule eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker machen. „Da darf man auch nicht rum­pfuschen“, sagt er mit breitem Lächeln.

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dass die Oberschule Augustfehn zur Integrativen Gesamtschule wird. NWZ-Artikel hier
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